Cyberkriminalität bei Wirtschaftskriminalität auf Rang 2

Foto v.l.n.r: Dr. Rolf Krüger (Alpmann Fröhlich), Eva-Marie Dumstorf (WIN), Markus Hartmann (Leiter ZAC NRW), Simone Wendland (MdL)
Foto v.l.n.r: Dr. Rolf Krüger (Alpmann Fröhlich), Eva-Marie Dumstorf (WIN), Markus Hartmann (Leiter ZAC NRW), Simone Wendland (MdL)
CDU-MdL Wendland und WIN informierten mit ZAC-Chef über Cyberkriminalität bei Unternehmen

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat die Bekämpfung von Cyberkriminalität zu einem Schwerpunkt ihrer Innen- und Sicherheitspolitik gemacht. Das erklärte die CDU-Landtagsabgeordnete Simone Wendland bei einer Veranstaltung, die sie gemeinsam mit der Wirtschaftsinitiative WIN organisiert hatte. „Mehr als ein Drittel aller Internetnutzer sind im vergangenen Jahr Opfer von Cyberkriminalität  geworden“, sagte Wendland. Zunehmend würden auch mittelständische Unternehmen mit Hilfe des Internets ausspioniert und betrogen. Cyberkriminalität nehme bei der Wirtschaftskriminalität mittlerweile den zweiten Platz ein. 75% aller Unternehmen seien bereits Opfer geworden, 60% seien aber immer noch nicht ausreichend vorbereitet und geschützt. Eva-Marie Dumstorf von WIN: „Eine virtuelle Bedrohung gerät leicht aus dem Fokus, weil sie nicht so fühlbar und unmittelbar ist. Als Wirtschaftsinitiative wollen wir hier verstärkt sensibilisieren und die Unternehmen fit für die Herausforderungen machen."

Wendland hatte Oberstaatsanwalt Markus Hartmann eingeladen, der Leiter der „Zentral- und Ansprechstelle Cyberkriminalität NRW“ (ZAC NRW) ist. Hartmann berichtete, mit welchen Methoden Kriminelle sich Zugang zu sensiblen Daten und Informationen verschaffen und den Unternehmen schaden. „Die Bandbreite krimineller Aktivitäten ist hoch: Da werden Firmengeheimnisse über das Ausspähen der firmeninternen IT-Infrastruktur ebenso gestohlen wie das Unternehmen unmittelbar durch die betrügerische Veranlassung einer Überweisung geschädigt“, sagte Hartmann. Oft werde die Gefahr noch unterschätzt. „Wer mit seinen Daten nachlässig umgeht, könnte genauso gut nachts das Werkstor offen stehen lassen“, sagte Hartmann. Die Täter seien höchst professionell und organisiert. Viele Unternehmen hätten aufgrund angenommenen Imageverlusts Angst, sich an die Strafverfolgungsbehörden zu wenden. „Das spielt den Tätern dann weiter in die Hände.“, so Hartmann. Die ZAC NRW betreibt aufgrund der hohen Notwendigkeit für eine schnelle Ermittlung bei Cyberattacken eine Hotline für betroffene Unternehmen. Diese solle und könne in einem Fall von Cyberkriminalität auch jederzeit angerufen werden. Schnelles Handeln sei entscheidendes Kriterium für den Erfolg.

Die Staatsanwälte der ZAC NRW befassten sich ausschließlich mit Cyberkriminalität, berichtet der ZAC-Chef. „Im sogenannten Darknet werden Waffen, Drogen oder Kinderpornographie angeboten. Wir haben schon viele Täter ermitteln können“, sagte Hartmann.  Unternehmen, die Opfer von Cyberkriminellen geworden sind, konnte geholfen und Schaden in Millionenhöhe abgewandt werden.

Rechtsanwalt Dr. Rolf Krüger von der gastgebenden Kanzlei Alpmann Fröhlich berichtete ergänzend aus seiner anwaltlichen Praxis über aktuelle Fälle und gab Ratschläge, wie Unternehmen sich schützen könnten. „Unternehmen sind gut beraten im Sinne einer Compliance für den Umgang mit Daten genauso Regeln aufzustellen wie für andere Bereiche auch“, sagte Krüger.

Bundeskanzlerin Angela Merkel habe richtigerweise gesagt, dass Daten der Rohstoff des 21. Jahrhunderts seien, sagte Wendland. „Das heißt aber auch, dass wir unsere Daten so schützen sollten wie wichtige und seltene Rohstoffe“, so die CDU-Politikerin. Die Landesregierung sehe NRW beim Schutz vor Cyberkriminalität in einer Vorreiterrolle. Justizminister Peter Biesenbach habe daher angekündigt, die ZAC weiter auszubauen.

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